19.02.2018

Bürgschaftsbanken fördern Generationenwechsel. Aber mehr Unternehmer ohne Nachfolger

Über das gesamte Jahr 2017 unterstützten die Bürgschaftsbanken erstmals mehr Mittelständler bei der Nachfolge als bei der Gründung neuer Unternehmen. Nach Stückzahlen betrachtet lag der Anteil der Übernahmefinanzierungen zum Jahresende bei mehr als einem Viertel.

Insgesamt erhielten rund 5.900 Unternehmen Bürgschaften und Garantien in Höhe von mehr als 1,1 Milliarden Euro (+ 1,2 %). Gemessen am Volumen aller Bürgschaften und Garantien machten Nachfolgen sogar fast ein Drittel aus. Bedingt durch die gute Konjunktur und höhere Kaufpreise bekamen Übernehmer höhere Bürgschaften und Garantien als der Durchschnitt. Diese positive Entwicklung entspricht aber nicht der tatsächlichen Situation: Laut DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge für 2017 ist die Anzahl der Unternehmen, die in der Beratung sagten, dass sie keinen Nachfolger finden, erneut angestiegen. Seit 2010 hat sich die Anzahl fast verdoppelt.

„Jedes Jahr brauchen mehr Nachfolger die Unterstützung der Bürgschaftsbanken. Allein 2017 haben wir gegenüber dem Vorjahr über fünf Prozent mehr Übernahmen gefördert“, so der VDB-Vorsitzende Guy Selbherr. Die Suche nach Nachfolgern für mittelständische Unternehmen wird sich in den nächsten Jahren noch zuspitzen: Bis Ende 2022 suchen laut KfW 511.000 Firmen einen Nachfolger, davon 239.000 bis Ende 2019. Schwierig ist die Lage vor allem für Kleinstbetriebe, die häufiger keine Übernehmer finden und ihre Betriebe stilllegen müssen. „Dieser Trend, den wir in der Beratung beobachten, ist besorgniserregend und wir müssen dabei mithelfen, dass die Übernahmen dann nicht an der Finanzierung scheitern!“, warnt Dr. Marc Evers, Nachfolgeexperte beim DIHK.

„Wir sind froh, dass wir gestärkt durch neue Rückbürgschafts- und Rückgarantien von Bund und Ländern auch in den nächsten fünf Jahren Unternehmen wie bisher mit Bürgschaften und Garantien bis 1,25 Millionen Euro fördern können. Gerade bei den kommenden Nachfolgen können wir so Kredite der Hausbanken absichern und viele Finanzierungen ermöglichen“, sagt Selbherr. „Der Hebel ist aber noch viel größer, da wir nur einen Teil der Gesamtfinanzierung verbürgen und die Unternehmen auch eigenes Kapital einbringen. Knapp sieben Milliarden Euro können Betriebe durch die Bürgschaftsbanken jedes Jahr investieren. 2017 haben wir damit fast 78.000 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen.“

Der Staat unterstützt die Bürgschaftsbanken als private Wirtschaftsförderinstitute mit Rückbürgschaften und Rückgarantien. Diese Rückbürgschafts- und Rückgarantieerklärungen werden zwischen Bund, Ländern sowie Bürgschaftsbanken ausgehandelt und sind jeweils fünf Jahre lang gültig. Die neuen Erklärungen gelten von 2018 bis 2022.

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